Das Fundament für Ihre Selbstständigkeit

Vier entscheidende Fragen, wenn Sie sich selbstständig machen möchten:
Ihr Warum, Ihre Stärken, Ihre Zielgruppe und Ihr Angebot.
Sie geben Ihnen Klarheit, bevor Sie nach außen gehen.

Was kommt vor der eigenen Website?

Viele starten mit einem großen Wunsch in die Selbstständigkeit: „Ich brauche als Allererstes eine Website!” Ja, eine Website ist wichtig. Idealerweise ist sie jedoch das nach außen sichtbare Ergebnis eines inneren Prozesses.

Bevor Sie nach außen zeigen, wer Sie sind und was Sie anbieten, sollten Sie das zuerst für sich selbst geklärt haben – am besten schriftlich. Genau das ist das Fundament, und dieses trägt Sie durch alles, was folgt.

So legen Sie den Grundstein für Ihre gesamte Selbstständigkeit.

Dieses Fundament entsteht nicht in einer halben Stunde, und das ist auch völlig in Ordnung. Klarheit braucht Zeit. Es lohnt sich, dabei zu bleiben und den Fragen Raum zu geben.

Was passiert, wenn das Fundament fehlt?

Das zeigt sich nicht sofort, aber irgendwann. Die Website ist zwar online, aber die Texte fühlen sich nicht richtig an. Das Angebot ist unklar oder es gibt vielleicht sogar zu viele Optionen. Kunden bleiben aus, oder sie melden sich, fragen nach und buchen trotzdem nicht. Und sie wissen nicht, warum …

Oft liegt es weder an der Website noch am Preis oder dem Standort. Es liegt an der fehlenden inneren Klarheit. Wer innerlich nicht klar ist, kann das auch nicht nach außen kommunizieren – weder im Gespräch noch auf der Website.

Die vier Fragen des Fundaments

  1. Warum machen Sie das?
  2. Wer sind Sie?
  3. Für wen ist Ihre Arbeit gedacht?
  4. Was genau bieten Sie an?

Warum machen Sie das?

Das ist keine philosophische Frage, sondern die praktischste überhaupt. Viele, die sich selbstständig machen, zweifeln nicht nur daran, was sie anbieten sollen, sondern auch, ob sie das überhaupt dürfen, ob sie gut genug sind und ob jemand für ihre Arbeit bezahlen wird. Das ist menschlich und ändert sich, wenn die Klarheit wächst.

Wenn Sie Ihr Warum kennen, treffen Sie Entscheidungen leichter. Sie wissen, was zu Ihnen passt und was nicht. Sie kommen durch schwierige Phasen, ohne den Faden zu verlieren. Wenn Sie Ihr Warum nicht kennen, orientieren Sie sich an dem, was gerade naheliegt oder was andere machen. Irgendwann merken Sie dann, dass es sich nicht richtig anfühlt.

Übrigens muss Ihr Warum nicht für immer feststehen. Es ist eine Momentaufnahme. Mit zunehmender Erfahrung wird es sich klären, vertiefen und manchmal auch verschieben. Das ist ganz normal.

Konkrete Fragen, die Ihr Warum klären

Warum möchten Sie sich selbstständig machen?

Was hat Sie dazu gebracht? Eine Erkenntnis, eine Krise oder ein lang gehegter Wunsch? Oft steckt in dieser Antwort viel mehr, als Sie zunächst vermuten.

Welche Veränderung möchten Sie bewirken?

Nicht bei Ihnen selbst, sondern bei den Menschen, mit denen Sie arbeiten. Was soll für sie anders sein, nachdem sie mit Ihnen gearbeitet haben?

Wann fühlt sich Ihre Arbeit sinnvoll an?

Gibt es Momente, in denen Sie denken: „Genau dafür mache ich das!”? Solche Momente sind wichtig, denn sie zeigen Ihnen, wofür Sie stehen.

Trägt Sie Ihr Warum auch in schwierigen Zeiten?

Das ist die wichtigste Frage. Würde Ihr Warum Sie auch dann noch tragen, wenn die ersten Kunden ausbleiben, Sie zweifeln oder es nicht so läuft, wie Sie es sich vorgestellt haben? Wenn Ihr Warum das aushält, trägt es Sie durch alles, was kommt.

Wer sind Sie?

Bevor Sie beschreiben, was Sie anbieten und für wen, fangen Sie am besten bei sich selbst an. Denn bei allem, was Sie tun, sind Sie als Mensch immer mit dabei. Ihre Geschichte, Ihre Art zu arbeiten, das, was Ihnen leichtfällt und anderen nicht.

All das ist kein netter Zusatz, sondern oft entscheidend. Menschen buchen nicht nur ein Angebot, sondern auch die Person dahinter. Zwei Coaches können dasselbe Thema bearbeiten, zwei Therapeutinnen können denselben Ansatz verfolgen – und trotzdem ist die Arbeit mit ihnen völlig unterschiedlich. Weil jeder Mensch anders arbeitet, anders da ist und anders begleitet.

Wer Sie sind, kann den Unterschied machen. Und genau deshalb lohnt es sich, dies für sich selbst zu klären.

Konkrete Fragen, die zeigen, wer Sie sind

Was haben Sie erlebt und gelernt?

Welche Erfahrungen haben Sie zu dem gemacht, der oder die Sie heute sind? Dieser Weg ist kein Umweg, sondern das, was Sie wirklich mitbringen.

Was fällt Ihnen leicht?

Was tun Sie fast selbstverständlich, ohne groß darüber nachzudenken, während es anderen sichtlich schwerfällt? Genau dort stecken oft Ihre größten Stärken, die Ihnen selbst gar nicht besonders erscheinen, weil sie für Sie ganz normal sind.

Was ist das Besondere an Ihrer Art zu arbeiten?

Sind Sie besonders ruhig? Besonders direkt? Besonders geduldig? Wie erleben Menschen die Zusammenarbeit mit Ihnen? Manchmal hilft es, sich zu erinnern: Was haben Ihnen andere schon über Sie gesagt, das Sie selbst überrascht hat?

Was schätzen andere an Ihnen?

Was ist das Besondere an Ihnen als Mensch, weswegen Ihre Kunden Sie schätzen? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten, aber oft liegt genau hier etwas, das Sie von anderen unterscheidet.

Für wen ist Ihre Arbeit gedacht?

Sie müssen das nicht von Anfang an perfekt wissen. Eine grobe Vorstellung reicht zunächst. Mit wem möchten Sie arbeiten? Wem könnte Ihre Arbeit wirklich weiterhelfen?

Wenn Sie wissen, für wen Ihre Arbeit gedacht ist, fällt Ihnen vieles leichter. Sie können klarer kommunizieren, Ihr Angebot gezielter entwickeln und die richtigen Menschen ansprechen. Wenn Sie es nicht wissen, sprechen Sie im Ungefähren – und erreichen oft niemanden richtig.

Fragen Sie sich: Wo standen Sie selbst vor ein paar Jahren? Welche Situation haben Sie durchlebt, die Sie heute besser verstehen als andere? Oft steckt da die Antwort. Und der Rest klärt sich später. Nach den ersten Kunden wissen Sie meist viel genauer, mit wem es gut funktioniert und mit wem nicht.

Konkrete Fragen, die zeigen, für wen Ihre Arbeit gedacht ist

Mit wem möchten Sie arbeiten und mit wem nicht?

Beides ist wichtig. Manchmal ist die zweite Frage leichter zu beantworten, weil Sie eventuell schon wissen, welche Art der Zusammenarbeit Ihnen nicht liegt. Und Sympathie ist wichtig. Vor allem, wenn Sie vor Ort arbeiten, sollte es zwischenmenschlich passen.

Was verbindet Sie mit Ihren Kunden?

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht und ähnliche Fragen durchlebt? Was haben Sie selbst einmal gesucht, was Ihre Kunden heute suchen? Diese Verbindung ist oft der Grund, warum Menschen gerade zu Ihnen kommen.

Was ist gerade im Leben Ihrer Kunden passiert, dass sie Unterstützung suchen?

Ein Einschnitt, eine Erkenntnis oder eine lange aufgeschobene Entscheidung? Wenn Sie den Auslöser verstehen, verstehen Sie Ihre Kunden besser und können sie gezielter unterstützen.

Was geht in Ihren Kunden vor, wenn sie an Ihr Thema denken?

Beschäftigt es sie? Oder versuchen sie es eher zu verdrängen? Und was erhoffen sie sich? Was ist ihre tiefste Sehnsucht dabei? Diese Fragen bringen Sie näher an das, was Ihre Kunden wirklich bewegt.

Was haben Ihre Kunden vielleicht schon versucht, bevor sie zu Ihnen kommen?

Und was hat ihnen dabei gefehlt? Das zu wissen hilft Ihnen zu verstehen, warum sie jetzt nach einer anderen Lösung suchen.

Können sich Ihre Kunden Ihr Angebot leisten?

Das ist eine wichtige Frage, auch wenn sie unbequem sein kann. Ihr Angebot sollte zu dem passen, was Ihre Kunden sich leisten können.

Was bieten Sie an?

Das klingt nach einer einfachen Frage, ist es aber oft nicht. Viele beschreiben ihr Angebot aus ihrer eigenen Perspektive: Was sie tun, welche Methoden sie anwenden und wie lange eine Sitzung dauert. Das ist nicht falsch, aber da fehlt noch etwas. Die entscheidende Frage ist eine andere: Was verändert sich für Ihre Kunden durch die Zusammenarbeit mit Ihnen? Erst wenn Sie diese Frage klar beantworten können, wird aus einer Leistung ein Angebot.

Noch ein Gedanke dazu: Viele möchten am liebsten gleich mit mehreren Angeboten in die Selbstständigkeit starten. Beispielsweise mit Körperarbeit, Einzelcoaching und Gruppenangeboten. Das ist nachvollziehbar, hilft aber selten weiter. Je mehr Angebote Sie haben, desto mehr müssen Sie kommunizieren und desto schwieriger wird es, die ersten Kunden zu gewinnen. Mit einem klaren Angebot kommen Sie leichter ins Tun.

Überlegen Sie deshalb, welches Angebot für Sie im Moment das Wichtigste ist. Womit möchten Sie anfangen? Wenn Sie erst einmal mit einem Angebot starten, lernen Sie schneller, was funktioniert und was nicht. Oft ergeben sich die weiteren Angebote dann ganz von allein. Kunden, die gute Erfahrungen mit Ihnen gemacht haben, fragen von selbst nach. Das ergibt sich häufig im Gespräch, ohne dass Sie das Angebot vorher irgendwo erwähnt haben.

Konkrete Fragen, die zeigen, was Sie anbieten

Was genau bieten Sie an?

So konkret wie möglich: Was beinhaltet es? Wie läuft es ab? Wie lange dauert es? Je klarer Sie das für sich formulieren können, desto leichter fällt es Ihnen später, es anderen zu erklären.

Was verändert sich für Ihre Kunden durch die Zusammenarbeit mit Ihnen?

Es kommt nicht nur darauf an, was Sie tun, sondern was es bewirkt. Das ist der Unterschied zwischen einer Leistung und einem Angebot, das Menschen wirklich anspricht.

Wie fühlen sich Ihre Kunden, nachdem sie mit Ihnen gearbeitet haben?

Erleichtert? Klarer? Sicherer? Diese Gefühle in Worte zu fassen, fällt nicht immer leicht, aber genau diese Worte helfen Ihnen später, Ihr Angebot zu kommunizieren.

Was unterscheidet Ihr Angebot von anderen in Ihrem Bereich?

Nicht besser, sondern anders. Wie ist Ihre Arbeitsweise? Was bringen Sie mit, das andere vielleicht nicht haben?

Und was kostet es?

Zu einem Angebot gehört noch etwas: der Preis. Und dieser ist mehr als nur eine Zahl.

Sie sollten natürlich wissen, was Sie im Monat verdienen möchten und wie viele Kunden Sie dafür benötigen. Das ist der rationale Teil. Doch es gibt noch eine andere Frage: Mit welchem Preis würden Sie sich wohlfühlen? Hinter welchem Preis stehen Sie wirklich?

Das ist wichtig, denn wenn Sie selbst nicht hinter Ihrem Preis stehen, spüren das Ihre Kunden. Nicht immer bewusst, aber irgendetwas stimmt dann nicht.

Es ist ein gangbarer Weg, etwas niedriger zu starten und den Preis schrittweise anzuheben, wenn Erfahrung und Sicherheit wachsen. Sich jedoch dauerhaft unter Wert zu verkaufen, zehrt an der Motivation und der Freude an der Arbeit.

Konkrete Fragen, um den Preis zu finden, hinter dem Sie wirklich stehen

Wie sind Sie auf Ihren Preis gekommen?

Haben Sie recherchiert, was andere in Ihrem Bereich verlangen? Oder sind Sie Ihrem Gefühl gefolgt und haben gehofft, dass er passt? Beides ist okay, aber es hilft zu wissen, auf welchem Fundament Ihr Preis steht.

Was haben Sie selbst schon für Unterstützung ausgegeben?

Für Kurse, Beratung oder Weiterbildung? Wenn Sie diese Fragen für sich selbst beantworten, können Sie besser nachvollziehen, warum andere bereit sind, für gute Arbeit zu bezahlen.

Welche versteckten Fragen stecken hinter Ihrem Preis?

Bin ich das wert? Zahlt das jemand? Steht mein Preis auf einem soliden Fundament, oder basiert er auf einem Gefühl, das noch keine Antwort gefunden hat? Das sind keine unwichtigen Fragen, und es lohnt sich, sie zu klären.

Wie fühlt es sich an, wenn Sie Ihren Preis nennen?

Sicher? Oder entschuldigen Sie sich innerlich ein bisschen dafür? Diese innere Haltung macht oft den Unterschied.

Wenn das Fundament steht

Wenn Sie die Fragen in diesem Bereich für sich beantwortet haben, ist Ihr Fundament gelegt. Durch Ihre Antworten werden Sie innerlich klarer und fühlen sich gestärkt. Sie legen damit die Grundlage für Ihre gesamte Kommunikation: beim Schreiben Ihrer Website-Texte, im Gespräch mit Interessenten und überall dort, wo Sie Ihr Angebot erklären.

Alle diese Fragen für sich zu beantworten, ist nicht leicht. Aber alles, was folgt, wird dann leichter – versprochen 😊

Checkliste: Das Fundament für Ihre Selbstständigkeit

Warum machen Sie das?

Ich weiß, warum ich das tue, und dieser Grund trägt mich auch in schwierigen Momenten. Denn ohne einen tragfähigen Antrieb fehlt mir die Grundlage, wenn es schwierig wird.

Wer sind Sie?

Ich weiß, was ich aus meiner Geschichte und meinen Erfahrungen mitbringe, denn genau das ist es, was mich von anderen unterscheidet.
Ich kenne meine Stärken und weiß, was mir leichtfällt und anderen schwerfällt. Oft sind das die Fähigkeiten, die ich am selbstverständlichsten einsetze und am wenigsten als wertvoll erkenne.
Ich weiß, was das Besondere an meiner Arbeitsweise ist, denn Menschen kommen nicht nur wegen des Angebots, sondern auch wegen der Person, die dahintersteht.

Für wen ist Ihre Arbeit gedacht?

Ich habe eine grobe Vorstellung davon, mit wem ich arbeiten möchte und mit wem nicht. Das hilft mir, mich auf die Menschen zu konzentrieren, mit denen die Zusammenarbeit gut funktioniert.
Ich weiß, was mich mit meinen Kunden verbindet, welche Erfahrungen und Fragen wir teilen. Diese Verbindung ist oft der Grund, warum Menschen gerade zu mir kommen.
Ich weiß, was gerade im Leben meiner Kunden passiert und warum sie Unterstützung suchen, denn nur wer den Auslöser versteht, kann gezielter helfen.
Ich habe ein Gespür dafür, was meine Kunden innerlich bewegt: ihre Hoffnungen, ihre Zweifel, ihre Sehnsüchte. Denn nur so kann ich sie wirklich dort abholen, wo sie stehen.

Was bieten Sie an?

Ich kann nicht nur beschreiben, was ich tue, sondern auch, was sich für meine Kunden durch die Zusammenarbeit mit mir verändert. Das ist der Unterschied zwischen einer Leistung und einem Angebot, das Menschen wirklich anspricht.
Ich habe ein konkretes Angebot mit einem Preis, hinter dem ich wirklich stehe, denn nur dann kann ich es selbstbewusst nach außen kommunizieren.

Und wenn Sie alleine nicht weiterkommen?

Manche Fragen lassen sich allein nur schwer beantworten. Nicht weil sie zu schwierig sind, sondern weil wir uns selbst gegenüber manchmal zu nah dran sind.

Gerne unterstütze ich Sie dabei.

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